Obwohl die S8 am Karlsruher Bahnhof ihre Fahrt ins Murgtal nicht antrat und deshalb spontan Auto-Fahrgemeinschaften gebildet werden mussten, erreichten 11 Personen (fast pünktlich) die Haltestelle Heselbach (bei Baiersbronn). Wir wurden dort von der Naturpädagogin Anne Reichelt begrüßte und starteten die Wildpflanzenführung erst einmal mit der Fragerunde nach den Erwartungen der Teilnehmenden.

Wenig später befand sich die Gruppe dann schon auf dem ca. 5 km langen Rundweg um Heselbach. Immer wieder stoppte Anne und zeigte uns Kräuter, Beerensträucher und blühende Pflanzen, etc. welche direkt am Wegesrand wuchsen. Sie erläuterte uns, wie wir z. B. den Schlangenknöterich vom Sauerampfer oder dem ungenießbaren Ampfer unterscheiden können. Wir erfuhren, dass die leckere heimischen Walderdbeeren eigentlich nichts mit den Kulturerdbeeren gemeinsam haben, deren Vorfahren ursprünglich aus Amerika stammen und fanden unterwegs auch die ähnliche aussehende Scheinbeere, die aber nach nichts schmeckt. Zudem lernten wir den geologischen Zusammenhang der Pflanzen kennen, die auf den kargen Böden im Murgtal und im Vergleich dazu auf den nährstoffreichen Böden z.B. in Freudenstadt vorkommen. Interessant war auch zu erfahren, dass die als Unkraut bezeichnete Brennesel eigentlich eine super Kraftpflanze ist und Anne zeigte uns wie wir die obersten Blätter sammeln können, und daraus Energiekugeln machen können. Auch der Thymian – ebenfalls eine Kraftpflanze – der über Mönche und Nonnen in den Schwarzwald gelangte. Wir wurden zudem dazu animiert nicht nur die Früchte von Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren und Himbeeren zu sammeln sondern auch deren Blätter für Teeaufgüsse zu trocknen. Ebenso eignen sich die Blüten und Blätter der Besenheide (Erika) dazu.
Der Highlight fand auf einer Lichtung statt. Flink baute Anne ein Tischlein auf und deckte es mit zahlreichen und sehr leckeren Versuchserle ein. Dann durften alle von der Wildkräuter-Quiche, der Kräuterbutter oder dem veganen Kräuter-Cashew-Dip bzw. Vogelbeer-Chutney naschen und auch von der Wald- und Wiesen-Limo bzw. dem Vogelbeeren-Sirup, etc. testen.
A pro po Vogelbeere, die Lieblingspflanze von Anne, auch bei dieser Tour kam diese Pflanze nicht zu kurz.
Nach vier Stunden Wissenstransfer erreichten wir den historischen Ortskern von Heselbach. Hier fand die Abschlussfragerunde statt, zu der wir Kärtchen mit zahlreichen Rezepten erhielten und uns von Anne Verabschiedeten
Da wir nun mit Autos anreisten fuhren wir zum Nachbarort nach Klosterreichenbach. Überbrückten die Zeit bis zur Einkehr in der Pizzeria Bella Vita Da Mario mit einer Runde durch den Kurpark und die Klosteranlage inkl. dem Klostergarten und frischten dort gleich unser neues Wissen auf.




