Badminton in Montpellier am 30.08.2025 – Rosé à volonté! (Johan)




Sébastien und Johan vor dem offiziellen Turnier-Logo

Wer gerne Badminton spielt und reisefreudig ist, kann eigentlich jedes zweite Wochenende irgendwo in Europa an einem LGBT-Turnier teilnehmen. Eine gute Übersicht gibt es von der Queeren Badminton Liga inzwischen hier: https://qubali.de/calendar/

Sébastien und ich hatten uns entschlossen, am TIMM-Wettbewerb teilzunehmen. Das Tournois International Montpellier Méditerranée ist ein Multisport-Turnier mit sieben Sportarten – von Basketball bis Schwimmen – und wird bereits seit vielen Jahren vom LGBT-Sportverein „chemin des cimes“ ausgerichtet. Das letzte Wochenende im August am Mittelmeer in der wunderschönen Altstadt von Montpellier zu verbringen, war ein zusätzlicher Anreiz. Dafür nahmen wir die lange Zugfahrt von sieben Stunden auf uns. Nach nur einem Umstieg in Straßburg trafen wir pünktlich zum Empfang des Turniers am Freitagabend in Montpellier ein.

Dort im Garten der Villa Nelson Mandela gab es für alle Sportler*innen Snacks und Getränke „à volonté“ – kostenlos und so viel, wie man eben möchte. Fleißige Hände trugen die Fünf-Liter-Kanister mit Wein durch die Menge und füllten mehr aufdringlich als schüchtern die Becher der Gäste. Sébastien und ich hatten noch nicht zu Abend gegessen und nahmen den Rosé dankbar an. Mit einem Becher Wein kommt man ja auch schneller ins Gespräch…




Sébastien und der Rosé

Die ersten geknüpften Bekanntschaften überführten dabei die Ausrichter einer kleinen Schummelei: International war das Turnier nur dem Namen nach. Die allermeisten Teilnehmenden kamen aus der Region sowie aus Lyon und Paris. Die zwei elsässischen Spieler, die wir schon von unserem Partnerverein Festibad in Straßburg kannten (https://www.festibad.fr/), muss man ja auch als Franzosen zählen. Die Organisation lief auf Französisch ab und auch am Turniertag am Samstag trafen wir unter 120 Badminton-Spieler*innen nur auf einen weiteren Deutschen aus Berlin.




Früh am Turniermorgen auf der Place de la Comédie

Das Turnier begann früh um 8.30h und fand im Leichtathletik-Zentrum der Universität Montpellier statt. Die Spielklassen A und B hatten das beeindruckende Feld des überdachten Stadions mit neun Courts für sich – mit viel Luft und eher schlechter Beleuchtung. Wir traten in der Spielklasse C+ in der Nebenhalle mit sechs Courts an – mit hervorragender Beleuchtung und ohne Lüftung.




Die große Leichtathletikhalle für die oberen Spielklassen

Per Losung wurden zunächst Fünfergruppen gebildet. In unserer Runde gewannen wir drei Spiele und mussten uns in einem Spiel knapp geschlagen geben. Damit gerieten wir am Nachmittag in eine neue Vierergruppe der stärksten Paare, also gleichsam in C++. Von den drei Spielen in dieser Gruppe konnten wir leider nur eines gewinnen und schieden gegen 17h aus dem Turnier aus – nassgeschwitzt bis auf die Unterwäsche durch die aufgestaute Hitze in der Wettkampfhalle und zufrieden mit unserer Leistung.

Der Wettkampf war von dem Sauna-Feeling abgesehen aber gut organisiert. Die Mittagsverpflegung war hervorragend, die Zeiten wurden eingehalten und besonders nett war das gemeinsame Aufwärmen aller Spieler*innen zu Turnierbeginn zu Tanzbewegungen mit viel Beckenkreisen – fachkundig angeleitet vom Turnierältesten Stéphane. Die Idee haben wir mit nach Deutschland genommen und beim Ligaspieltag der QuBaLi in Mannheim gleich umgesetzt!

Montpellier ist auch ohne Badmintonturnier eine Reise wert. Die Turnierparty am Samstagabend konnte im Freien stattfinden, weil es noch so schön sommerlich warm war. Sébi und ich haben immer hervorragend gegessen. Am Sonntag haben wir erst das örtliche Museum mit seiner Ausstellung der beeindruckenden Schwarzmalereien von Pierre Soulage besucht (https://www.museefabre.fr/hommage-pierre-soulages-1919-2022) und später dann den Strand, der auch mit dem ÖPNV in weniger als einer Stunde von der Innenstadt aus erreicht werden kann.




Schwarz in schwarz, aber dennoch schön: Pierre Soulage

Das TIMM-Turnier findet alle zwei Jahre statt. Die Veranstalter wechseln sich jahresweise mit dem LGBT-Sportverein von Marseille ab. Wen es also in den Süden Frankreichs zieht, kann nächstes Frühjahr in Marseille am GSM-Turnier teilnehmen. Nach Marseille fährt von Karlsruhe aus sogar eine TGV-Direktverbindung!